Die Geschichte des Hauses

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von Friedbert Zapf

Die Pension Tannenheim

Nach dem Tod des Müllers Kaspar Keßler heiratete die Witwe Paulina vermutlich Ende der 1860er Jahre den zehn Jahre jüngeren Müller Fridolin Jehle. Die Witwe brachte vier Kinder und ein Grundstück mit in die Ehe. Auf diesem Grundstück im Gewann Hausmatt errichtete Fridolin Kessler im Jahr 1878 eine Schleifmühle. Das Triebwasser führte der Müller aus dem Dresselbach über einen schmalen Kanal auf das Mühlrad. In der Schleifmühle wurde kein Korn gemahlen, sondern mit Hilfe eines großen Schleifsteins Werkzeug geschärft. Noch im Jahr 1887 drehte sich das Mühlrad, 1890 indes scheint der inzwischen 55 Jahre alte Fridolin Jehle das Müllerhandwerk aufgegeben zu haben. Er verdiente jetzt seinen Lebensunterhalt als Fuhrmann. 1907 nahm der alte Jehle noch Tagelöhnerarbeit an.

Von der Mühle zur Pension

Im August 1934 erteilte das Bezirksamt Neustadt der Mathilde Rogg, eine geborene Kiefer, die Erlaubnis zum Betreiben der »Pension Tannheim« mit fünf Fremdenzimmern, einem Frühstücksraum und einem Speisezimmer. Ausdrücklich war auch der Ausschank an die Hausgäste erlaubt. Später war Hildegard Hasford Eigentümerin. Sie erhielt im März 1936 vom Bezirksamt die Genehmigung, das alte Schindeldach durch ein Ziegeldach zu ersetzen. Ausdrücklich wurde aber gefordert, dass die »Baustoffe von deutschen Händlern zu beziehen« seien. Anfang April 1936 erhielt sie dann die Erlaubnis zum Betreiben der »Pension Tannenheim« mit zehn Fremdenzimmern und einem Frühstücks- und Speisezimmer sowie die Genehmigung zum Ausschank alkoholfreier Getränke an ihre Hausgäste.

Die Pension nach dem Krieg

Im April 1945 besetzten die Franzosen den Ort und beschlagnahmten die Hotels und Pensionen – allerdings nicht die "Pension Tannenheim". Deren 25 Betten waren nämlich bereits durch Bombenflüchtlinge belegt. Auch eine Martha Lutz wohnte dort. Die Besatzer nahmen ihr im Juli 1945 ihr Radiogerät weg. Nachdem die Evakuierten wieder in ihre Heimatstädte zurückgekehrt waren, vermietete der neue Pensionsinhaber Karl Bronner Anfang 1946 an drei Familien. Da kündigte die Organisation »Tourisme et travail« an, dass bald schon Franzosen am Schluchsee Urlaub machen würden. Im Mai 1946 trafen 160 Erwachsene ein, die in die Hotels Schiff und Sternen und die Pensionen Hilss und Mattenhof einquartiert wurden.

Französische Ferienkinder in der »Pension Tannenheim«

Aber auch französische Kinder waren angekündigt. Die »Pension Tannenheim« sei gut geeignet, teilte der kommissarische Bürgermeister Rohrbach der Organisation »Colonies des Vacances« mit, da die Pension früher schon einmal als Kinderheim genutzt worden sei. Es müssten allerdings erst »die zur Zeit im Tannenheim wohnenden drei Familien ausquartiert und für sie eine neue Wohnung gesucht werden.« Dann wurden vier Pensionen, darunter das Tannenheim beschlagnahmt. Ende Mai 1946 trafen 110 französische Ferienkinder ein, wurden in den Pensionen untergebracht und gemeinsam im Gasthaus Schwörer verpflegt. Auch ein Jahr später, im Mai 1947, kamen die Kinder der »Französischen Ferienkolonie« wieder und sollten erneut zum Essen in das Gasthaus Schwörer. Da es dort aber kein Geschirr und Besteck mehr gab, zog man die Pensionen heran. Die »Pension Tannenheim« gab eine große und vier mittlere Fleischplatten sowie elf Suppenteller ins Gasthaus Schwörer ab.

»Fremdenheim Tannenheim« in ruhiger, staubfreier Lage

Im Unterkunftverzeichnis 1950/51 wird das »Fremdenheim Tannenheim« des Otto Gilbert in ruhiger, staubfreier Lage, direkt am Wald und am Strandbad beworben. In neun Doppel- und sieben Einzelzimmern mit fließendem Wasser standen 25 Betten. Es gab ein Bad, eine Ofenheizung und eine Garage. Gilbert bot auch die Möglichkeit zum Forellenfischen an. 1965 erstellte der neue Eigentümer Karl Steinle einen Anbau, baute 1966 eine Ölheizung ein und errichtete 1967 ein neues Treppenhaus. Familie Steinle warb damals für ihre Pension mit 25 Betten in ruhiger Lage am Wald, mit Liegeterrasse, Bad, Parkplatz und fließend warm und kalt Wasser. Lothar Steinle erweiterte 1974 das Gebäude durch Überbauung der Doppelgarage um ein Drittel. Im Anbau entstanden eine Wohnung und weitere Fremdenzimmer.

Die Pension von den 90ern bis heute

1992 waren Helga und Heinrich Sattler die neuen Eigentümer. Sie betonten 1996, sie hätten die »Pension Tannenheim« laufend instandgesetzt und renoviert und der Erfolg gebe ihnen recht. Sie planten den Anbau einer rustikalen Blockhütte für die Hausgäste und die Öffentlichkeit. Gäste wurden auch vom gegenüberliegenden Eisplatz erwartet.
Hans-Ullrich Zimmermann wollte 2003 drei Kellerräume in ein »Ferienappartement« umnutzen. 2006 ging die Liegenschaft in das Eigentum der Familie Christof Sautter in Stuttgart über, und seit Ende 2013 sind Maria und Christoph Busse die neuen Eigentümer. Sie betreiben die »Pension Tannenheim« seit 2015. Großen Dank für die Zusammenstellung der Geschichte vom Tannenheim an Friedbert Zapf, Heimatpfleger ( Schwarzwaldverein Schluchsee)
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